Konzept

Unser Hortangebot ist auf der Grundlage seiner gesetzlichen Bedeutung (vgl. KiTaG § 5 (2)) ein Angebot zur Unterstützung, Ergänzung und Erweiterung der familiären Erziehung. Auch dem Hort des Schülerhauses wurde hier erstmals ein eigenständiger Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrag erteilt.

OstereiersucheKinder leben heute in einer sich ständig verändernden und immer weniger kindgerechten Welt (fehlende Freiräume zum Spielen, tief in die Psyche der Kinder eingreifende Einflüsse der Medien usw.). Diese erfordern veränderte pädagogische Verhaltensweisen und Konzepte. Bezogen auf unsere Schülerhauskinder bedeutet dies, dass wir ihnen Vorraussetzungen zum vielfältigen Spielen und Lernen bieten müssen. Die Kinder sollen Möglichkeiten für soziale Kontakte und soziales Lernen bekommen, sowie einen geschützten Raum, in dem sie sich wohl fühlen und entfalten können.

Im § 4(1) KiTaG heißt es, das Kind soll unterstützt werden, zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit heranzuwachsen, deren leibliches, seelisches und geistiges Wohl gleichzeitig zu fördern ist. Für die pädagogischen Fachkräfte bedeutet das, die Kinder in ihrer Entwicklung mit dem Ziel der Stärkung von Selbst-, Sach- und nicht zuletzt Sozialkompetenz zu begleiten. Dies erfordert von allen Beteiligten, Hortteam und Vorstand, Eltern sowie Kindern ein hohes Maß an Respekt gegenüber sich selbst, vor allem aber gegenüber dem anderen.

Naturexperimente2Kinder erweitern ihr Wissen und ihre Fähigkeiten nur dann, wenn sie experimentieren und ausprobieren und ihre Gedankengänge dabei in Ruhe zu Ende bringen können. Unser Hort soll ein Ort sein, an dem sie genau dies tun können.

Das bedeutet im Einzelnen:

  • Kinder sind in ihrer Art gleichwertige Partner, die sich angenommen und wertgeschätzt fühlen sollen.
  • Akzeptanz und Annahme jedes einzelnen Kindes in seiner ihm eigenen Individualität mit seinen Eltern und Bezugspersonen kennzeichnen die Alltagsarbeit im Hort.
  • Bei allen Entscheidungen im Rahmen des Hortbetriebes sind die jeweiligen entwicklungspsychologischen, physiologischen, kulturellen und sozialen Aspekte zu berücksichtigen.
  • Jedem Kind soll ausreichender Handlungsraum für das Lernen in Sinnzusammenhängen geboten werden.
  • Die pädagogischen Fachkräfte haben eine Vorbildfunktion in jeder Hinsicht.
  • Den ureigenen Bewegungsdrang und die angeborene Neugier der Kinder wollen wir nutzen.

Kinder sollen lernen…

  • Naturexperimenteihr kreatives Potential zu nutzen und zu erhalten, d.h. neugierig zu bleiben, die Umgebung umfassend wahrzunehmen.
  • für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen für ihr eigens Handeln einstehen und die Konsequenzen des eigenen Verhaltens erkennen und tragen lernen.
  • ihre Fähigkeiten angemessen einzuschätzen, die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer zu erkennen und aufeinander abzustimmen.
  • ihren Körper bewusst zu erleben und mit ihren individuellen Möglichkeiten und Grenzen zu experimentieren.
  • sich durch Erfahrung Wissen anzueignen, mit allen Sinnen die Welt zu erleben, Lebenszusammenhänge angemessen zu begreifen.
  • nach Abwägen ihrer und anderer Interessen, Entscheidungen zu treffen, in möglichst vielen Lebensbereichen selbstständiger zu werden, d.h. auch, dass sie entscheiden, wann und von wem sie sich Hilfe holen.
  • neugierig zu bleiben, weil Neugier die entscheidende Triebfeder ist, sich Neues anzueignen.
  • dass Wissen eine Vorraussetzung zur Selbstständigkeit, aber auch zur notwendigen Unabhängigkeit von anderen Menschen ist.
  • die Interessen anderer zu akzeptieren.
  • die Notwendigkeit von Freundschaften und Beziehungen für die Gestaltung ihres Lebens zu erfahren und diese Gestaltungsmöglichkeiten auszuprobieren.
  • dass sich gleichberechtigte Beziehungen zwischen Jungen und Mädchen entwickeln.
  • dass das Zusammenleben von Menschen Regeln erfordert, die akzeptiert, entwickelt und eingehalten werden müssen, die aber zum Teil auch veränderbar sind.
  • eigene Standpunkte zu entwickeln und diese zu vertreten. Dazu gehört auch das Nein-sagen-können.
  • mit Konflikten umzugehen, sie als Bestandteil von Beziehungen zu erfahren und angemessene Lösungsstrategien zu entwickeln.